forza hamburg


FORZA HAMBURG ist eine im Jahr 2019 gegründete Gruppe der aktiven Fanszene des Hamburger Sport-Vereins.

Ohne groß darüber nachzudenken haben wir uns in dieses Abenteuer gestürzt und gehen als Freunde seither unseren eigenen Weg. Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht für uns vor allem das Engagement für eine bunte und laute Kurve, die unsere Farben, unseren Verein und unsere Stadt repräsentiert. Diese Seite soll Euch dabei einen kleinen Einblick in unsere Reise ermöglichen. Bei Fragen zu uns oder unseren Aktivitäten sprecht uns einfach im Block 25A an oder schreibt uns eine Mail an info (a t) forza - hamburg.de

Contro la tristezza!

FORZA HAMBURG

 


Nordtribüne eV: Statement zu der Personalie Bakery Jatta

07.01.2021

Und täglich grüßt das Murmeltier: Nach vier Pflichtspielsiegen in Folge und zwei überragenden Partien von Bakery Jatta, meldet sich auch der Springer-Konzern mal wieder zu Wort. Wir erinnern uns: Nach dem hoffnungslosen Versuch, Bakery im Sommer 2019 eine Schein-Identität samt falschen Altersangaben anzudichten, wurde das damalige Verfahren des Bezirksamtes Hamburg-Mitte zügig eingestellt, mangels handfester Beweise. Ein erneuter Anlauf der unheilvollen Allianz aus BILD und Staatsanwaltschaft fand dann im Juli 2020 statt, als eine Razzia in Bakerys Wohnung, unter frühmorgendlicher Begleitung eines BILD-Papparazzo stattfand. Die Auswertung der hier beschlagnahmten Geräte ergab: Nichts.

Nun der neuste Streich: Mit Hilfe von Gesichtsabgleichen neuer und alter Fotos sowie Videos von Bewegungsabläufen, soll das Institut für Biologische Anthropologie des Universitätsklinikums Freiburg nachweisen, dass Bakery Jatta unter falscher Identität nach Deutschland gekommen ist. Zufälligerweise erreichte auch diese Exklusivmeldung als erstes die BILD-Familie. Dort wird diese, in alter Tradition, von der Sport Bild als Hintergrundstory veröffentlicht und von der BILD-Zeitung entsprechend beworben. Damit haben alle Beteiligten, was sie wollen: Die Sport Bild mehr Aufmerksamkeit gegen ihre seit Jahren sinkende Auflage und die BILD-Reporter aus dem HSV-Umfeld ihre Ruhe. Schließlich haben nicht sie selbst die Hetzkampagne erneut entfacht, sondern nur auf die Arbeit der Kollegen verwiesen. Soweit, so unangenehm.

Fernab der Arbeit von BILD, die in ihrem ganzen Wesen auf Hetze und Alltagsrassismus fußt, stellt sich die Frage, warum und wie sich ein universitäres Forschungsinstitut daran beteiligen kann, solche haltlosen Behauptungen auch noch „wissenschaftlich“ zu stützen. Ein Institut, das einer Universität angehört, zu deren Leitbild unter anderem „Humanismus“ und die „gesellschaftliche Aufgabe im Spannungsfeld von Fortschritt, Freiheit und Verantwortung“ steht. Zunächst einmal gilt das Institut für Biologische Anthropologie als bundesweit renommiert im Bereich der Gesichtsrekonstruktion und ist als solches auch medial sehr präsent. Ob die Feststellung der Identität von Gestorbenen oder die Ermittlung von potenziellen Mördern: Die Forschenden sind gefragt, wenn es um Rückschlüsse von körperlichen Merkmalen auf Alter oder Identität geht. Dass das Institut diese Expertise nun allerdings dafür zur Verfügung stellt, bloße Behauptungen einer Boulevardzeitung zu stützen, die seit zwei Jahren jeglichen stichhaltigen Beweis für diese schuldig geblieben ist, lässt an der Seriosität des Instituts durchaus zweifeln. Auch wenn die Untersuchung im Auftrag des Landeskriminalamtes geschehen ist, lässt sich die Frage nicht vermeiden, wie humanistische Werte damit zu vereinbaren sein sollen, einen geflüchteten Menschen anhand einfachster Bewegungsabläufe der Lüge und des Betrugs zu bezichtigen. Der Artikel gibt, BILD-getreu, wenig Aufschluss darüber, welches Bildmaterial verwendet wird. Die zwei im Artikel dargestellten „identischen“ Jubelposen von Bakery Jatta und Bakery Daffeh als vermeintliche Beweise sind dabei an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Sollten ähnliche Aufnahmen die Grundlage für die Datenquellen des Instituts darstellen, ist es um die deutsche Forschung außerhalb von Corona-Impfstoffen nicht sonderlich gut bestellt. Eine vermeintliche Erfolgsquote von 98 % eines ersten LKA- Gutachtens vermeldet der Artikel dennoch stolz.

Dies führt zu einem weiteren, strukturellen Problem der Gesichtserkennung, insbesondere wenn sich diese auf digitale Bilder stützt: Rassismus. Moderne Programme erstellen zur Erkennung sog. Templates mithilfe eines Gitternetzes. Eine Software scannt das Material und sucht nach menschlichen Merkmalen wie Auge, Nase und Mund. In einem zweiten Schritt können dann die Gesichter bestimmten Personen zugeordnet werden. Dazu misst das Programm zum Beispiel Abstände zwischen einzelnen Gesichtsmerkmalen. Auch Sicherheitsbehörden greifen zunehmend auf eine solche Gesichtserkennungssoftware zurück, oft mit Hilfe von Profilfotos aus sozialen Netzwerken.

Neben Bedenken über tiefgreifende Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte steht die Technik vor allem für ihre Fehleranfälligkeit in der Diskussion. Die Gesichtserkennung der Londoner Polizei verursachte zu 80% Fehlerkennungen, der US-Konzern IBM zieht sich aufgrund dieser Anfälligkeiten ganz aus dem Geschäft zurück und in San Francisco sind entsprechende Anwendungen bereits verboten. Auffällig war und ist überall, dass vor allem Personen falsch zugeordnet werden, die nicht weiß sind. Dies liegt insbesondere daran, dass wir täglich noch mit rassistischen Denkweisen konfrontiert werden und auch Programmierer und Programmiererinnen sich von diesen nicht vollständig freimachen können. So leben Racial Profiling und Vorurteile auch über die Alltagsmethoden der Polizei hinaus in Algorithmen und Softwares fort.

Vielleicht wäre es daher ratsam für Behörden und vor allem für Forschende, sich und die eigenen Methoden zu hinterfragen und auf rassistische Muster zu überprüfen. Als weißes Forschungsinstitut mithilfe nicht ausgereifter, rassistischer Techniken Schwarze Menschen zu analysieren, damit diesen eine andere Identität zugeordnet werden kann, liegt sicherlich nicht im Sinne der steuerzahlenden Allgemeinheit. Vielmehr liegt diese Arbeit im Interesse der BILD-Gruppe, die einmal mehr Skandale schaffen will, wo keine sind und dabei in Kauf nimmt, dass Menschen öffentlich angeprangert und psychisch verletzt werden. Und sie liegt im Interesse rassistisch geprägter Behördenarbeit, die sich, von BILD-Schlagzeilen angestachelt, an jeden noch so kleinen Strohhalm klammert, um besorgte Bürger wieder beruhigt schlafen lassen zu können.

Wir wollen, dass diese elendige Schmierenkampagne ein für alle Mal ein Ende hat!

 

Love Hamburg Hate Racism! Bakery – No matter what, we got your back!

 

Förderkreis Nordtribüne e.V. im Januar 2021


 

 
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